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Sternstunden - Wunder des Sonnensystems

       Ausstellung im Gasometer Oberhausen



Panoramafoto der Ausstellung
Foto der Himmelsscheibe von Nebra
In Oberhausen steht ein ausgedienter Gasometer. Er wird seit einigen Jahren als Ausstellungsort genutzt. Beinahe zwei Jahre lang, bis zum Dezember 2010, beherbergte er eine Ausstellung unter der Schirmherrschaft des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt unter dem Motto »Sternstunden - Wunder des Sonnensystems«.

Im Mittelpunkt der Ausstellung standen das Sonnensystem und der Mensch, wie sich sein Bild von der Welt im Lauf der Jahrtausende wandelte, vom Mythos bis hin zu den Naturwissenschaften. Zu den ältesten Zeugnissen menschlicher Beschäftigung mit den Himmelserscheinungen gehört die Himmelsscheibe von Nebra, die hier auf dem Foto abgebildet ist. (Ihr ist eine eigene Webseite gewidmet).
Der Sonnenwagen von Trundholm
Das ist eine Nachbildung des aus der Bronzezeit stammenden, etwa 3400 Jahre alte Sonnenwagens von Trundholm (Schweden). Nach der Vorstellung der damals lebenden Menschen wurde die Sonne, die hier durch eine Scheibe symbolisiert wird, von einem Pferd auf einem Wagen Tag für Tag über den Himmel gezogen.

Das zeigt die Verehrung, die der Sonne in frühen Kulturen entgegengebracht wurde, denn die Menschen waren sich ihrer Bedeutung durchaus bewußt: Die Sonne spendet uns Licht und Wärme; ohne Sonne gäbe es kein Leben. Der Rhythmus von Tag und Nacht bestimmt unseren Tagesablauf.
Astronomische Kunstuhr
Unter unseren Vorfahren gab es wahre Kunsthandwerker. Diese astronomische Uhr wurde 1564 von Jeremias Metzger in Augsburg hergestellt. Das überaus reich verzierte Gehäuse besteht aus feuervergoldeter Bronze und hat insgesamt zwölf Zifferblätter, auf denen man nicht nur die Uhrzeit, sondern auch andere astronomische und astrologische Daten ablesen konnte. (In der Renaissance waren Astronomie und Astrologie noch eng miteinander verbunden.)
Dieser Refraktor ist etwa 170 Jahre alt. Es wurde für die Universität Bonn hergestellt und diente vor allem der Entfernungsmessung von Sternen. Möglich wurde das, indem man die Okularlinse in der Mitte zerteilte, wobei die Hälften mechanisch gegeneinander verkantet werden konnte. Auf diese Weise sah der Beobachter zwei Bilder des gleichen Sterns. Indem er sie gegeneinander verschob, konnte er aus der Größe der Verschiebung die Entfernung des Sterns bestimmen.

Dieses Prinzip der sogenannten Parallaxenmessung, bei dem die Entfernung eines Objekts mit Hilfe trigonometrischer Berechnungen bestimmt wird, ist schon sehr alt. Aber erst mit Hilfe neu entwickelter Technik wie des Fernrohrs wurde es möglich, sehr große Entfernungen zu messen.
Modell eines Marsrovers
Als dem Menschen die Beobachtung der Himmelskörper nicht mehr genügte, und als die Technik weit genug entwickelt war und leistungsfähige Trägerraketen zur Verfügung standen, machte sich der Mensch auf, die Anziehung der Erde zu überwinden und den der Erde am nächsten gelegenen Himmelskörper zu erkunden - den Mond.

Das ist ein Modell eines Marsrovers, der selbständig umherfährt, Bodenproben analysiert und seine Umgebung mit einer Stereokamera fotografiert. Seine Energie bezieht er aus großen Sonnenkollektoren, die auf der Oberseite angebracht waren.
Hasselblad-Kamera für die »Apollo»-Missionen
Es dauerte nicht lange, und der Maschine folgte der Mensch. Auch wenn die »Apollo«-Missionen der USA vor allem prestigeträchtig und die wissenschaftliche Ausbeute eher mager waren, stellen sie zweifellos einen Meilenstein in der Geschichte der Menschheit dar.

Diese Kamera ist eine Spezialausführung der Nobelmarke Hasselblad. Mit ihr fotografierten die Astronauten den Mond während ihres Aufenthaltes. Sie war einfach zu bedienen, hatte keinen Sucher, und die Astronauten trugen sie meist vor der Brust und schossen die Bilder sozusagen aus der Hüfte. Auch die Zeiss-Objektive waren eine Sonderanfertigung; in jedes Foto wurden kreuzförmige Paßmarken eingeblendet.
Über den zwei Ausstellungsetagen, über der Gasdruckplatte, prangte als einer der Höhepunkte ein Modell des Mondes von respektablen 25 m Durchmesser. Es ist das größte Modell seiner Art und wurde aus großen Stoffbahnen zsammengenäht. Die aufgedruckten Oberflächenstrukturen stammen von hochauflösenden Fotos, die von Satelliten aufgenommen wurden. Der gesamte obere Teil des Gasometers lag im Dunkeln, was den Eindruck eines im Raum schwebenden Mondes sehr gut widergab. Darüberhinaus wurde der Mond schwach angeleuchtet, was die Entstehung der Mondphasen veranschaulichte. Schließlich rotierte der Mond noch lansam um seine eigene Achse.

Der Besucher hatte so die einzigartige Gelegenheit, den »Hinterkopf« des Mondes zu betrachten, der uns normalerweise verborgen bleibt, wenn wir zum Himmel aufblicken, denn bekanntlich wendet uns unser Mond immer dieselbe Seite zu.

Wenn man den Mauszeiger über das Bild legt, werden einige Formationen angezeigt. Da die Sonden der Sowjetunion die ersten waren, die die Rückseite zu sehen bekamen, tragen auffällig viele Formationen dort russische Namen.
Triebwerk der »Ariane«
Gleich am Eingang hängt über uns das Triebwerk der obersten Stufe der Trägerrakete »Ariane«. Raketen dieses Typs starten in Afrika und haben im Auftrag der ESA, der europäischen Raumfahrbehörde, schon viele Satelliten ins All befördert.
Blick vom oberen Rand des Gasometers hinab
Mit einem Fahrstuhl kann man sich an der Innenwand des Gasometers bis zu seinem oberen Rand in etwa 100 m Höhe befördern lassen. Hier oben, wo man wie eine Wanze an der Wand eines riesigen leeren Fasses klebt, kann man die großen Dimensionen des Gasometers am eindrucksvollsten ermessen:

Der Gasometer hat bei einer Höhe von 117,5 m und einem Durchmesser von 67 m ein Volumen von 350000  Kubikmetern. Selbst das große Mondmodell wird hier zur kleinen Kugel tief unter uns.
Im Erdgeschoß dominierten vor allem die Fotos und Modelle sämtlicher Himmelskörper; repräsentiert also den aktuellen Stand der Erforschung des Universums. Im Mittelpunkt der Ausstellungsfläche prangte leuchtend das Modell unserer Sonne, der zentrale Bedeutung der Sonne für unser Sonnensystem Rechnung tragend (siehe Panoramafoto ganz oben). Auf nebenstehendem Foto erkennen wir links den Orionnebel.
Von jedem einzelnen Planeten des Sonnensystems gab es ein Modell, ebenso wie von den wichtigsten Monden der Planeten. Besonders eindrucksvoll sind immer wieder die Ringe des Saturn, ebenso wie die Fotos des Ringsystems, die von vorbeifliegenden Sonden wie »Cassini« zur Erde übermittelt wurden.