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Die Landestelle von Apollo 15
Beste Sichtbarkeit: 7 Tage nach Neumond oder 7 Tage nach Vollmond
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Wir befinden uns am südöstlichen Rand des Mare Imbrium, in einer so interessanten Gegend, so daß man gar nicht auf alle Einzelheiten eingehen kann. Drei große Krater dominieren diese Region: Der imposante Archimedes← Archimedesmit einem Durchmesser von 83 km und einem »Zipfel« am Südrand; rechts oben der 55 km breite Aristillus(Ø 83 km)
griech. Mathematiker 3.Jh.v.Chr.Aristillus →mit mehreren Zentralbergen im Innern, und dessen Hänge gefurcht sind von den Spuren des Meteors, der ihn einst schuf. Darunter liegt schließlich mit mehreren Zentralbergen in seinem Innern, und dessen Hänge gefurcht sind von den Spuren des Meteors, der ihn einst schuf. Darunter liegt schließlich Autolycus(Ø 83 km)
griech. Astronom 3.Jh.v.Chr.Autolycus →(Ø 39 km), mit auffallend steilen Innenwänden.(Ø 40 km)
griech. Astronom 4.Jh.v.Chr.
Eingerahmt werden die drei Krater von Bergen: Wie eine Inselgruppe ragen die Montes Spitzbergen← Montes Spitzbergenaus der Ebene des Mare Imbrium. Und am unteren Bildrand erkennen wir die markante Bergkette der ApenninenLänge: 60 km, bis 1410 m hoch
Vier HauptgipfelMontes Apenninus →, die sich bogenförmig über eine Länge von fast 1000 km erstrecken und die Grenze des Mare Imbrium bilden. Ihre Entstehung ist das Resultat der Entstehung des Mare Imbrium vor 3,85 Mrd. Jahren. Der Krater mitten in der Bergkette ist CononLänge: 953 km
Bis zu 5400 m hohe GipfelConon →. Die Ebene zwischen Apenninen und den Kratern heißt Sumpf der Fäulnis(Ø 22 km)
griech. Astronom 4.Jh.v.Chr.Palus Putredinis →. Dazwischen erstrecken sich mehrere ausgedehnte Rillensysteme, beispeislweise die Rima Bradley(Ø 180 km)← Rima Bradley.Länge: 130 km
engl. Astronom 18.Jh.
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Eine andere, die gewundene HadleyrilleRima Hadley →, wurde besonders bekannt, denn sie erhielt bereits Besuch von Menschen. An ihrem Nordostrand landete am 30.7.1971 der FalconLänge: 80 km
engl. Astronom 18.Jh.Falcon →, die Fähre von Apollo 15. Der Platz war ausgewählt worden, um den Rand des Imbrium- Beckens nahe der Mondapenninen und auch die Hadleyrille untersuchen zu können, von der man annahm, daß sie ein erstarrter Lavakanal ist, was die Untersuchungen auch bestätigten. Der Anflug von Osten über die Apenninen dürfte nicht trivial gewesen sein, doch die vergangenen Missionen hatten gezeigt, daß man genaue Landungen beherrscht.30.7.-2.8.1971
Scott,(Worden),Irwin
26°07'55,99" N
3°38'01,90" O
Ihr Programm war im Vergleich zu den vorangegangenen Missionen noch einmal aufgestockt und sehr wissenschaftlich ausgerichtet. Unter anderem sammelten sie fast 80 kg Mondgestein. Um das alles zu bewältigen, wurde die Aufenthaltsdauer auf 66 Stunden verlängert.
Den zweiten Ausflug einen Tag später unternahmen sie nach Süden Richtung Apenninen. Er dauerte über 7 Stunden und war 12,5 km lang. Noch einen Tag später besuchten sie erneut den Rand der Hadleyrille. Dieser »Trip« war mit 5 km Länge und 5 Stunden Dauer der kürzeste.
Kurz vor ihrem Abflug am 2.8.1971 führte David Scott das historische Experiment Galileis erstmals außerhalb der Erde durch: An einem 1,3 kg schweren Hammer und einer 30 g leichten Falkenfeder wies er nach, daß im luftleeren Raum alle Gegenstände gleich schnell fallen. Der »Preliminary Science Report« der NASA bemerkt dazu, daß dies ein zwar erwartetes, doch gleichzeitig beruhigendes Resultat sein, denn schließlich garantieren diese Gesetze der Physik eine erfolgreiche Rückkehr zur Erde.
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Die beiden oberen Bilder wurden bei einem Mondalter von 8,2 Tagen (von Neumond an gerechnet) aufgenommen, also etwa einen Tag nach Sonnenaufgang. Die »Falcon« landete bei einem Mondalter von 8,3 Tagen. Der Sonnenstand beider Fotos oben entspricht also weitgehend dem zur Landung der Astronauten.
Im Gegensatz dazu zeigt das untenstehende Foto in etwa die gleiche Region, diesmal aber bei abnehmendem Mond (etwa sieben Tage vor Neumond), kurz vor Sonnenuntergang. Und so kehren sich Schattenwurf und Beleuchtung der Berge und Kraterwände um.Leider ist von den drei Besatzungsmitgliedern von Apollo 15 nur noch David Scott am Leben. Bereits am 8.8.1991 starb James Irwin mit 61 Jahren durch einen Herzinfarkt, und am 18.3.2020 erlag Alfred Wordon mit 88 Jahren einem Schlaganfall.