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Die Reise zur schwarzen Sonne
07.08.-17.08.2026, Spanien
Unterwegs
nach Spanien
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Freitag, 07.08.Das Auto ist voll beladen mit unseren Campingutensilien, und dazu kommt noch meine Fotoausrüstung, denn ich will auch diesmal die Phasen der Verfinsterung und die Totalität fotografieren. Wir habe überlegt, ob wir uns an einem Freitag auf die Straßen begeben wollen. Doch wir unsere beiden Übernachtungen in Mendigorria haben wir vom 11.08. bis zum 13.08. gebucht, und je später wir fahren, um so länger werden die Etappen bis zum Ziel. Das Navi hat für uns eine Strecke von ca. 1750 km ausgerechnet, die wir in vier Fahrtagen bewältigen wollen, wobei wir der Zeitersparnis halber vorwiegend Autobahnen benutzen werden. Da kommt einiges an Mautgebühren auf uns zu.
Bei schönem, sonnigem Wetter fahren wir los, und die Prognosen für unsere Zielregion sagen Temperaturen von bis zu 40°C voraus, wobei der Tag der Finsternis der wärmste sein soll. Doch macht eine Schönwetterperiode zumindest Hoffnungen auf einen klaren Himmel zur Finsternis...
Die Route führt uns von Mühlhausen aus zunächst über die A4, die A5, vorbei an Frankfurt, Kaiserslautern, Saarbrücken über die Grenze nach Frankreich. Die Schilderung des genauen Verlaufs erspare ich mir; wer will, kann ihn als Track auf meiner Kartenseite verfolgen.
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Campingplatz »Foxy Camp« -
Unser erstes Tagesziel liegt in Frankreich, und wir haben es uns mit Hilfe einer Camping-App ausgesucht. Wir entscheiden uns für das Waldcamping »Foxy Camp« südwestlich von Hannonville-sous-les-Côtes. Der Preis für eine Nacht beträgt sagenhaft günstige 13,91 €. Wir suchen uns einem Platz nahe einer Hütte, der Untergrund ist hart und steinig. Die Sanitäranlagen sind einfach, aber sauber, Toilettenpapier fehlt. Das kennen wir schon von früheren Frankreich- Reisen. Nach dem Abendessen, zubereitet vor dem Zelt auf unserem Campingkocher, unternehmen wir einen kleinen Rundgang um das Gelände.
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Campingplatz »Foxy Camp« -
Der Platz ist idyllisch im Wald von Calonne, einem Naturschutzgebiet, an einem See gelegen. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es ein Restaurant und eine Bar. Man kann Tips oder auch Kuppelzelte mieten. Wir umrunden einen kleinen idyllisch gelegenen See in den die letzten Sonnenstrahlen fallen. Am Ufer steht eine Hütte auf Stelzen, auch einige Tipis und Kuppelzelte sind aufgebaut und können gemietet werden. Es dunkelt und es wird kühl, wir sind ermüdet, denn wir sind 550 km gefahre. Früh kriechen wir in unsere Schlafsäcke. Nachts zeigte sich ein klarer Sternhimmel.
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Saint-Catherine-de-Fierbois, Place Jeanne d'Arc -
Sonnabend, 08.08.Über Nacht hat es sich ziemlich abgekühlt. Wir befinden uns immerhin in einer Höhe von 400 m üNN. Das Frühstück findet mit Fleecejacke und Mütze im Zelt statt, es ist noch schattig. Dann bauen wir ab und reisen weiter. Auch der heutige Tag wird ein langer Reisetag werden; wir »schrubben« Autobahnkilometer und werden noch so manchen Euro an Maut zahlen dürfen. Anfangs ist die Fahrt recht eintönig; wenig Landschaft, viel Landwirtschaft, verbranntes Gras. Später wird es etwas abwechslungsreicher, wir fahren durch kleinere Wälder. Dann wird es Zeit für eine Mittagspause, aber die Rastplätze bieten wenig Schatten, und die sind heiß (!) begehrt. Auf einem Platz nahe Puigeaux, südlich von Troyes machen wir Mittagsrast, auf dem Boden im Schatten eines Baumes.
Später verlassen wir die Autobahn, um zu tanken und einzukaufen. Die wenigen Dörfer, durch die wir fahren, machen einen etwas verlassenen Eindruck, wenig Blumen stehen in den Gärten.
In Saint-Catherine-de-Fierbois halten wir kurz an der Kirche. Davor steht eine Statue, die Jeanne d'Arc darstellt. Nahe am Ort haben wir uns einen Campingplatz ausgesucht, der aber schon ziemlich gefüllt ist (es ist Wochenende), außerdem herrscht zuviel Trubel. Nichts für uns.
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Camping Du Bois FleuriNicht weit entfernt befindet sich der »Camping Du Bois Fleuri«, ein Naturcampingplatz in ruhiger Lage. Wir zahlen 17,50 € und bekommen einen staubigen, aber schattigen Platz, um das Zelt aufzustellen. Wir sind froh über den Rundum-Schatten, denn es ist mittlerweile ziemlich warm. Darüberhinaus werden wir morgen nicht in aller Frühe geweckt, weil die sonne das Zelt nicht erwärmt
Den Rest des Tages verbringen wir in Ruhe, denn in der Umgebung gibt es nicht viel zu erkunden. Am Abend fallen ein paar Regentropfen, und nachts wache ich durch klopfende Geräusche wach, die sich wie Hagel anhören, und es beginnt auch zu regnen. Aber es sind glücklicherweise nur Eicheln, die der Wind von den Bäumen bläst.
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Campingplatz Le Clavè
Campingplatz Le ClavèSonntag, 09.08.Es ist Sonntag, eigentlich Rückreisetag, und die A5 ist in beiden Richtungen gut gefüllt. Es wird wieder wärmer, und die Klimaanlage läuft. Wir durchqueren einige kurze, heftige Regenschauer. Die letzten beiden Tage haben wir Kilometer geschrubbt, nun können wir es ruhiger angehen lassen. Es wird immer voller - wollen alle ans Meer? Immer wieder stop and go. Gut, daß wir keinen Zeitdruck haben. Draußen wird es immer heißer, bis 37,5°C. Ein Vorgeschmack auf kommende Tage? Wir haben uns einen Campingplatz ausgeguckt, und den steuern wir jetzt an.
Bei Bordeaux überqueren wir die Dordogne und die Garonne, beides breite, aber milchig-trübe Flüsse, die sich nördlich davon zur Gironde vereinigen. Wir sind froh, als wir endlich die Autobahn verlassen können. 10 km östlich davon, im Ort Morcenx, liegt der Campingplatz Le Clavé.
Als erstes fällt ein schon in die Jahre gekommenes herrschaftliches Haus auf. Die Rezeption ist geschlossen, wir rufen eine Telefonnummer an, und die Betreiberin des Platzes kommt sogleich auf einem Buggy. Sie fährt mit uns eine Platzrunde und zeigt uns die Stelle, an der wir uns niederlassen können. Unter hohen schattigen (!) Bäumen bauen wir unser Zelt auf, auf sandigem, schwarzen Boden.
Wir wollen ein bißchen die Gegend erkunden, aber ein Blick auf die Wetter-App zeigt uns, daß ein Regengebiet heranzieht. Also kochen wir in aller Eile unser Abendessen, Reis mit Gulasch. Dann öffnet der Himmel seine Schleusen, und ein Gewitterguß geht nieder, den aber die hohen Bäume über uns abmildern. Im Zelt ist es nach dem Regen schwül, und es ist wieder schwierig einzuschlafen. In der Nacht ziehen über längere Zeit hinweg Gewitter und Regenschauer durch.-
Hotel Rural Loizu, Auritz-Burguete
Auritz-Burguete
Pfarrkirche San Nicolás de Bari -
Montag, 10.08.Wir bauen das Zelt ab und befreien es vom regennassen, grauen Staub, der überall haftet, und setzen unsere Reise fort. In den beiden vergangenen Tagen sind wir gut vorabgekommen. Bis zu unserem Ziel nach Mendigorria sind es nur noch 250 km, und dafür haben wir zwei Tage Zeit. So wird der heutige Reisetag entspannt sein.
Für die letzte Übernachtung haben wir uns für ein Hotelzimmer entschieden, um vor den zu erwartenden Hitzetagen noch einmal eine kühle Nacht zu verbringen. Wir wollen noch die Grenze überqueren und uns dann in den Pyrenäen ein Hotel suchen.
Die Wahl fällt auf das »Hotel Rural Loizu« im kleinen, nur wenige hundert Einwohner zählenden Auritz-Burguete. Wir kommen nach Saint-Jean-Pied-de-Port, bereits im Baskenland. Es ist ein wichtiger Ort für die Pilger, denn wir befinden uns auf dem Jakobsweg. Der Ort ist voll von Touristen, und wir kommen nur mühsam voran.
Die Straße führt Richtung Grenze nach Spanien, nicht über einen Bergpaß, sondern durch ein Tal in den Pyrenäen. Gleich hinter dem Ort steht auf der Straße ein Schild: "Gesperrt in 0 km". Wir sind etwas ratlos, fahren aber dennoch weiter.
Nach einigen Kilometern erreichen wir den Stau. Einige Fahrzeuge wenden, die meisten stehen und warten ab. Ich gehe ein paar hundert Meter vor und sehe einen großen Kran, der einen verunglückten LKW aufrichten will, und spreche mit der Polizistin und erfahre, daß es noch ein oder zwei Stunden dauern kann. Wir beschließen umzukehren und einen anderen Weg zu fahren, der aber einen beträchtlichen Umweg darstellt. Er führt Richtung Pamploa, ist sehr kurvig und führt bergauf und bergab.
Schweißgebadet erreichen wir Auritz-Burguete, im Baskenland gelegen. Der Ort in einer Höhe von ~900 m liegt auf dem Jakobsweg.
Wir beziehen unser Zimmer, für das wir 107 € zahlen. Im Restaurant wird uns ein Menü aus drei Gängen serviert, und ich esse ein sehr schmackhaftes Steak vom Pferd. Dazu gibt's eine Flasche Rosé der Hausmarke. Das alles für sagenhafte 18 €.
Wir unternehmen in der Kühle des Abends noch einen Spaziergang durch den Ort. Hohe Häuser mit mächtigen Mauern säumen die Hauptstraße, und viele von ihnen bieten Pilgern eine Übernachtung an. Doch heute ist es ruhig im Ort.
Wir haben ein Eckzimmer, und durch die geöffneten Fenster kommt kühlen Luft. Eine erholsame Nacht steht uns bevor.