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Die Reise zur schwarzen Sonne
07.08.-17.08.2026, Spanien
SoFi-Brille
Die Rückreise
Donnerstag 13.08. Schwer sind wir erwacht; die Luft hat sich kaum abgekühlt. Wir stellen fest, daß sich Ameisen unserer Geschirrbox bemächtigt haben und überall herumkriechen. Wir frühstücken, bauen das Zelt ab, verstauen alles im Auto und mchen uns auf die Reise zurück nach Hause. Diesmal nehmen wir die Straße durch das Tal der Pyrenäen, die auf der Hinreise wegen des Unfalls gesperrt war.

Die Route ist nicht so spannend wie auf der Hinfahrt, obwohl wir auch wieder in größere Höhe kommen und die Strecke kurvenreich ist. In Serpentinen fahren wir hoch bis auf 922 m. Dort befindet sich auch ein Verpflegungspunkt für die Pilger, die hier die Straße kreuzen. Überhaupt sind wir auf unserer ganzen Tour vielen Pilgern begegnet. Das zweite, worauf wir achten müssen, ist die große Zahl von Radfahrern, die hier die Berge hoch und runterfahren. Es sind meist keine Freizeitfahrer, sondern Halb- oder Vollprofis. Doch die Autofahrer sind daran gewöhnt und begegnen ihnen mit Vorsicht und Respekt.

 
Moulin de Laboirie
Unser Zimmer in der der Moulin de Laboirie
Dann passieren wir die Grenze nach Frankreich. Wir fahren weiter und kommen erneut nach Saint-Pied-la-Port, wo auch heute ein reges Treiben herrscht. Weil wir im Gegensatz zur Hinreise keinen Zeitdruck haben, wollen wir etwas mehr Landstraße fahren, auch, um uns einige Mautgebühren zu ersparen. Doch das Fahren auf der Straße erweist sich als anstrengend, denn alle naslang kommt ein Kreisverkehr, der das flüssige Vorankommen behindert. Also fahren wir wieder ein Stück Autobahn.

Unterwegs haben wir über Booking.com eine Übernachtung in einer umgebauten Mühle, der Moulin de Laboirie, gebucht. Der Preis: 117 €. Die Mühle liegt nahe Sainte-Côme.
Das mondäne Speisezimmer
Die alte Mühle steht in einem weitläufigen, gepflegten Park. Leider sind die Temperaturen noch immer sehr hoch. Der Besitzer begrüßt uns - ein Deutscher, der hier seit 16 Jahren lebt und die Mühle umgebaut hat. Er weist uns das - wie er sagt - kühlste Zimmer in der ersten Etage zu. Tatsächlich ist es auch im Vergleich zu draußen recht kühl, was sich allerdings später ändert. Die dicken Fensterläden sind geschlossen. Dann zeigt er uns das Gelände, den Speisesaal, das Schwimmbecken, eine Freiluftbar, ein paar Nebengelasse. Die Zimmer sind sehr individuell und liebevoll eingerichtet, in unserem Zimmer scheint ein indischer EinFluß mitgewirkt zu haben: Darstellungen von Elefanten und geflochtene Holzpanele. Quer durchs Zimmer laufen die alten dicken, schon abgewetzten Balken der einstigen Mühle.

Am Abend gehen wir in den Park, denn im Zimmer ist es mittlerweile sehr warm. Überall im Haus und im Garten sind dezent kleine Lampen und Leuchten installiert und setzen so gezielt Lichtpunkte. An einem der Nebengelasse ist eine gemütliche Sitzecke, Sessel Stehlampe, Schaukelstuhl. Ich muß noch einiges an Memoiren nachholen, rücke mir den Schaukelstuhl an die Lampe heran und schreibe. ... Zurück im Zimmer, öffnen wir die Fenster weit und begeben uns zur Ruhe. Es ist wiederum sehr warm.

Freitag 14.08. Nachts hat es sich abgekühlt. Zum Frühstück begeben wir uns in den großen Frühstückssaal. An der Decke hängen zwei große Lüster, in den Ecken stehen geräumige Sofas und Sessel, Zeitschriften liegen aus, und das ganze Interieur ist mit alten Mobiliar ausgestattet. Wir nehmen an einem riesigen ovalen Tisch Platz. Das Frühstück ist üppig, aber auf französische Art: nur Käse und Süßes, Obst, weder Wurst noch Ei. Wir lassen es uns schmecken, packen unsere Sachen, ich hole das Auto, und wir reisen ab. Des Gastgebers Hund, mit dem ich mich eingelassen habe, will mich gar nicht wieder freigeben.
Die Cathédrale Saint-Jean-Baptiste de Bazas de Bazas
Nachholen muß ich noch das gestrige Abendessen. Unser Gastgeber hat uns im nur wenige Kilometer von unserer Unterkunft entfernten Bazas einen Tisch reserviert. Bazas liegt im Départment Gironde. Auf dem Place de la Cathédrale steht die imposante Kathedrale, deren Ursprung auf das 13. Jh. zurückgeht und die eine wechselvolle Vergangenheit hinter sich hat.

Hier befindet sich auch das kulinarische Zentrum der Kleinstadt, und hier essen wir zu Abend, im »Hugo Délices«. Das Restaurant ist gut gefällt, und es kommen immer noch weitere Gäste an. In Frankreich wie auch in Spanien essen die Menschen später zu Abend als bei uns.
Auch heute wird es wieder ein heißer Tag werden, und es ist noch nicht klar, ob wir im Zelt oder im Hotel übernachten. An einer Raststätte wolleen wir tanken, aber angesichts der riesigen Warteschlangen lassen wir das sein. Vielleicht liegt das am morgigen Feiertag, Maria Himmelfahrt? Insgesamt stellen wir fest, daß sich die Preise auf den Autobahnen kaum von denen im Land unterscheiden, im Gegenteil zu Deutschland.

Wir haben uns für einen Campingplatz nahe der Ortschaft Châtel-de-Neuvre entschlossen, und wir verlassen die A79. Auf dem Weg dorthin fahren wir über eine schmale Straße. Plötzlich erscheint von links aus dem Feld in Hase nur wenige Meter vor dem Auto. Wir bekommen einen Riesenschreck, ich kann aber nicht reagieren und erwarte den Aufprall. Plötzlich ist der Hase weg, und taucht gleich darauf über der Motorhaube wieder auf. Er hat riesen Satz nach oben gemacht, rutscht über Windschutzscheibe und Dach ist weg. Im Rückspiegel meine ich ihn noch gesehen zu haben, wie er beiseite hoppelt. Erleichterung macht sich breit!

Am Rande von Châtel-de-Neuvre befindet sich der Campingplatz. Er ist klein und wirkt ziemlich verlassen und auch in die Jahre gekommen; ebenso wie sein Besitzer. Es stellt sich heraus, daß es auch in diesem Fall ein Deutscher ist, und er erzählt uns seine ganze Lebensgeschichte. Wir bezahlen sagenhafte 12 € pro Nacht und können uns einen Platz nach Wunsch aussuchen. Wir sind fast allein, nur ein Wohnmobil aus Belgien und zwei junge Frauen mit Zelt.

Nach dem Abendessen machen wir einen kurzen Spaziergang zum nahen Fluß, dem Allier. Der ist im Gegensatz zu den anderen Flüssen, die wir gesehen haben, klar und sauber; eine beliegte Badestelle der Einheimischen. Es wird schon dunkel, als wir noch bergauf ins nahe gelegene Dorf laufen. Oben angekommen stehen wir auf einer Kreuzung, und es wird schnell klar, daß wir in der Ortsmitte angelangt sind. Eine Bar, eine Bäckerei, ein Lebensmittelladen... Wir kehren im Dunkeln zurück zum Zelt.
Die Festung von Besançon
Sonnabend 15.08. Maria Himmelfahrt.Am Morgen ist es angenehm kühl. Wir frühstücken draußen vor dem Zelt, bauen ab und reisen weiter. Es geht weiter Richtung Heimat. Die Umstände gestatten es uns, uns Zeit zu nehmen. Zwar könnten wir morgen abend spätestens zu Hause sein, aber dieses Wochenende ist ein Rückkehrwochenende, weil in mehreren Bundesländern die Ferien enden. Angesichts der zu erwartenden Staus entschließen wir uns, noch einen Zwischenstop einzulegen und die restliche Strecke am Montag zurückzulegen.

Wir haben erneut ein Zimmer gebucht, in einem Best Western Hotel in Besançon (mit Parkplatz und Klimaanlage!). So müssen wir nur 200 km fahren. Besançon liegt inmitten einer Halbinsel, die durch die Schleife des Flußes Doubs gebildet wird. Rundum umrahmen die Stadt hohe Berge, und auf einem Felsvorsprung befindet sich eine riesige ehemalige Festung. Ganz in deren Nähe liegt unser Hotel.
Statue von Louis Pasteur
Die Dame an der Rezeption erklärt uns, daß leider kein Parkplatz mehr frei sei und nennt uns mehrere Alternativen freier Plätze in der Stadt. Wir sind nicht sehr erfreut; uns bleibt aber nichts weiter übrig. Wir laden die Sachen für die Nacht Sachen aus, beziehen das angenehmen kühle Zimmer und schaffen anschließend das Auto auf einen öffentlichen Parkplatz nahe der Mairie. Da Feiertag und Wochenende ist, zahlen wir bis übermorgen nur 40 Cent Parkgebühren.

Wir laufen zurück zum Hotel, später machen wir uns auf den Weg ins nahe Zentrum. Vor dem Rathaus steht eine Statue von Lous Pasteur, der berühmte Mikroboiloge, der hier einst einen Lehrstuhl innehatte. Wir besichtigen das Stadtzentrum, machen Fotos; die Stadt ist voller Leute, die den Feiertag genießen. Auf vorüberfahrenden Stadtbussen ist zu lesen, daß heute die Fahrt kostenlos ist. Wir haben aber kein rechtes Ziel, zu dem wir fahren könnten.

Zum Abendessen entscheiden wir uns für einen türkischen Imbiss. Gesättigt und ermattet kehren wir zum Hotel zurück, erfrischen uns, gehen zu Bett und genießen erstmals wieder eine Nacht in einer kühlen Umgebung.
Mulhouse, Place de la Réunion
Sonntag 16.08.Wir haben gut geschlafen im kühlen Zimmer. Der Frühstücksraum befindet sich im Keller, und die Auswahl an Speisen ist erfreulich groß.. Erwähnenswert ist, daß man sich seine Eier selbst kochen kann. Anschließend holen wir das Auto, wir laden unsere Sachen ein und reisen weiter.

Bis nach Hause sind es noch etwa 650 km, und wir teilen das auf zwei Tage auf. Das bedeutet, daß wir in Deutschland noch eine Übernachtung benötigen. Wir fahren entspannt die A36 in Richtung Grenze.

Wir erreichen Mulhouse im Elsaß, die Stadt mit einer turbulenten Geschichte, die wechselseitig mal zu Deutschland, mal zu Frankreich gehörte. Eine Stadt, die wir bisher noch nicht besucht haben, und das als Mühlhäuser! So beschließen wir kurzerhand, in Mulhouse einen Zwischenstopp einzulegen und die Stadt kennenzulernen. Nahe des Zentrums befindet sich ein Parkhaus, das wir ansteuern. Direkt davor steht der 100 m hohe Europaturm und noch einige futuristische Gebäude.
Mulhouse, Temple Saint-Étienne
Wir laufen ins nahe Zentrum, kreuz und quer durch die historische Altstadt, schauen uns um und fotografieren, laben uns an einem Trinkbrunnen. Die Stadt hat sehr schöne historische Gebäude, Kirchen. Das Wetter ist angenehm; die anfangs noch dunklen Wolken machen später Sonnenschein Platz. Am Infostand der Touristinformation führen wir eine nette Unterhaltung mit der Dame über die Namensgleichheit unserer beiden Städte und tauschen Informationen aus. Dann gehen wir zum Parkhaus zurück und fahren weiter.

Die Autobahn ist gut befahren, aber abgesehen von einigen Stops kommen wir gut voran. Dann fahren wir über den Rhein, der gleichzeitig Grenzfluß ist, und sind wieder in Deutschland. Hier gibt es eine Grenzstation, doch es werden nur stichpunktartig Kontrollen durchgeführt. Wir fahren auf der A5 nordwärts. Es wird immer wärmer.

Kurz überlegen wir, ob wir bis nach Hause durchfahren; wir wären abends gegen 20 Uhr am Ziel. Das wären aber bei dieser Wärme noch vier weitere stressige Stunden. Und so buchen wir auf einem Parkplatz ein Zimmer im Leonardo-Hotel in Walldorf. Es liegt direkt an der Autobahn, nicht weit entfernt vom Betriebsgelände von SAP, und ist ein typisches Hotel für Durchreisende und offensichtlich gut besucht.

Wir checken ein und bekommen ein Zimmer im Parterre zugewiesen. Die Klimaanlage klappert etwas, aber das Zimmer ist schön kühl. Es Die Miete für eine Nacht beträgt 109 €. Wir duschen, trinken Kaffee und ruhen uns aus. Schon bald gehen einige Gewittergüsse nieder; auch das war ein Grund, einen Zwischenhalt einzulegen. Auch am Abend regnet es immer wieder kräftig und anhaltend.

Montag 17.08.Wir haben gut geschlafen. Das Frühstück nehmen wir im Restaurant ein, dann machen wir uns auf den Weg für die letzte Fahrstrecke. Wir kommen ganz gut voran, trotz vieler LKWs. Es gibt keine Staus, und weiter gibt es auch nichts zu berichten. So absolvieren wir wir die letzten Kilometer bis zum Haus, wo die 10tägige Reise endet, auf der wir insgesamt 3799 km zurücklegten.