!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.0 Transitional//EN"> Totale Sonnenfinsternis USA 21.08.2017 Der Tag der Elche/Go west!


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Die Reise zur schwarzen Sonne
USA August-September 2017
SoFi-Brille
Der Tag der Elche
Go west!
Eine unerwartete Begegnung zum Frühstück
Mo. 28.8.

Als wir beim Frühstück sitzen, trauen wir unseren Augen nicht: Etwa 100 m von uns entfernt läuft ein Elch direkt auf uns zu. Schnell ist die Kamera gezückt und das Teleobjektiv aufgeschraubt. Das Tier beginnt am Waldrand, vielleicht dreißig Meter von uns entfernt, zu äsen. Auch andere Leute werden aufmerksam. Dann kommt noch ein zweites, kleineres Tier und läßt sich ebenfalls in der Nähe nieder. Beides sind weibliche Elche, vielleicht Mutter mit Nachwuchs.
Elchkuh
Die Elchkuh hat die Ruhe weg
Mittlerweile hat sich ein Menschenauflauf gebildet, denn beide Elche gehen vorsichtig, aber selenruhig über die Straße und traben quer über das Gelande, zwischen den staunenden und fotografierenden Campern und Caravans hindurch. Dann beginnen sie erneut zu äsen.
Ein ganzer Campingplatz ist in heller Aufregung
Offenbar ist das hier ihr Revier, und an die Menschen haben sie sich wohl bereits gewöhnt. Es heißt ja, man solle sich wilden Tieren nicht zu sehr nähern, aber diese Elche haben den Sicherheitsabstand von sich aus unterschritten, und somit bestand zu keiner Zeit irgendeine Gefahr für die Menschen hier.
Blick auf den Snake River
Blick auf den Snake River
Dann bauen wir das Zelt ab und verlassen den Park, den östlichsten Punkt unserer Route. Von nun an führt uns unser Weg wieder westwärts, in Richtung Pazifikküste. Der Karte entnehmen wir, daß wir ohne größere Umwege nur vorankommen, wenn wir ein Stück auf dem gleichen Weg zurückfahren, denn es gibt nur wenige Ost-West- Verbindungen, und dazwischen liegen Gebirge bzw. Wüste.

Der Snake River begleitet uns, die Berge rechts und links rücken enger zu einem Canyon, der wir leider verpassen und vorbeifahren. Die Berge weichen wieder, die Landschaft wird flacher, und dann sind wir wieder in Idaho. Im Caribou Range wird der Snake River zu einem See angestaut.
Auf der IS 15 fahrend durchqueren wir die Fort Hall Indian Reservation, wo unter anderem die Boise- und Shoshone- Indianer leben. Die Gegend ist flach, die Felder werden für Viehzucht und sehr hoch wachsenden (Gen?)Mais genutzt. Auch an endlos langen Weizenfeldern fahren wir vorbei.

Wir beobachten am Thermometer des Autos, wie die Außentemperaturen immer mehr steigen. Die Luft ist sehr trocken; wir müssen häufig trinken. Vor Blackfoot machen wir Mittagsrast. Bei Pocatello biegen wir ab nach Westen auf den IS 86. Dann übernimmt Kerstin für eine Weile das Steuer, und ich kann mich etwas ausruhen. Auf der Autobahn gibt es einige Baustellen. Plötzlich gibt es einen Knall, und ein Trailer hat uns einen »rock chip« - einen doppelten Steinschlag - mitten auf der Windschutzscheibe verpaßt. Seitdem beobachten wir mißtrauisch, ob der Riß nicht noch größer wird, doch er hält bis zum Ende unserer Tour.

Im Örtchen Glenns Ferry, genau zwischen Twin Falls und Boise, legen wir eine weitere Pause ein. Mittlerweile zeigt unser Thermometer 104° F an, das sind 40° C. Auf einer Bank neben dem Bahnhof sitzen wir und verspeisen unser Gebäck, ich trinke einen eiskalten Mokka, was mir wenigstens für ein paar Sekunden eine Erfrischung bietet. Von hinten weht ein heißer Wind, und wir sind froh, als wir wieder im klimatisierten Subaru sitzen.
Unser Nachtquartier am Snake River
Unser Nachtquartier am Snake River
Dann schrubben wir weiter Meilen, fahren an Boise vorbei bis Ontario, wo wir uns östlich der Stadt die Country Campgrounds aussuchen. Es ist ein kleiner, privater Platz, aber er hat eine Dusche! Wir suchen uns unseren schattigen Platz auf der Wiese, nahe dem Malheur River, bauen unser Zelt auf, duschen und bereiten uns ein kaltes Abendessen. Es gibt eine Dose Bier zum Belohnung.

Mit uns zusammen kommt ein freundlicher junger Mann an, mit Hund. Wir kommen mit ihm ins Gespräch; er wohnt in Utah, ist Veganer und biete uns geschmortes Gemüse an, wir sind aber schon satt. Der Himmel bewölkt sich, und so kühlt es sich abends nur zögernd ab.
Der Tag beginnt
Der Tag beginnt
Di. 29.8.

Morgens ist es noch angenehm kühl, aber die Sonne steigt schon wieder empor. Während wir frühstücken, hören wir den junge Mann Geige spielen. Wir unterhalten uns mit ihm, und er kommt aus der Gegend, in die wir auch noch wollen - die Küste Oregons.

Auch heute haben wir ein ganzes Stück Weges vor uns; wir wollen zum Crater Lake Nationalpark. Also machen wir uns auf den Weg.
textunterschrift
Auf dem Hwy 20 fahren wir anfangs durch Prairieland, dann wird die Gegend interessanter, große Berge und Hügel ziehen an uns vorbei, manche infolge Sedimentablagerungen farbig gestreift, andere von Basaltsäulen flankiert. Immer entlang des Malheur River schlängelt sich die Straße, die übrigens wie fast alle Straßen in einem Topzustand ist.
Schnurgerade Straßen
Schnurgerade Straßen
Wir überqueren erneut eine Zeitzone, kommen wieder in die Pacific Timezone und haben somit heute eine ganze Stunde dazugewonnen. Nahe des Malheur National Forest überqueren wir den Drinkwater Pass (4212 ft) und den Stinking Water Pass (4848 ft). Dann wird die Landschaft wieder flacher, und mit ihr kommen wieder die endlos langen, schnurgeraden Straßenabschnitte, manchmal 15 Meilen und mehr. Am Rand stehen Strommasten und wachsen wilde Sonnenblumen. Sonst nichts. Hier wohnt kein Mensch.
Sanddünen
Ein perfekter Sandstrand - nur das Wasser fehlt!
Wir überqueren noch einen Paß, den Wagontire Summit (4762 ft). Rechts liegt das Wagontire Mountain, links die Abert Rim, ein vertikaler Stufenbruch. Es wird immer heißer, und der Alkali Lake, an dem wir vorbeifahren, ist eine ausgetrocknete helle Fläche. Nicht weit davon entfernt tauchen am rechten Fahrbahnrand ausgedehnte Sanddünen auf. Wir durchfahren einen kreisrunden Talkessel, dessen umgebende Berge oben von Basaltsäulen gekrönt sind.

Am Nordrand des Great Basin, eines großen zusammenhängenden Gebietes mit Wüsten- bzw. Steppenklima, legen wir auf dem einzigen Rastplatz weit und breit eine Pause ein.
Landschaft im Great Basin
Am Rand des Great Basin
Es gibt zwei Wasserpumpen, doch beide sind ausgetrocknet. Eine Pärchen will für seinen Hund Wasser pumpen - vergebens; sie müssen ihre eigenen Wasservorräte nutzen.

Die Schautafeln informieren die Besucher über ein großes Problem in dieser Gegend, das zunehmende Eindringen fremder Pflanzen in den Lebensraum der heimischen Flora und Fauna, wobei sie die Ausbreitung von Buschbränden beschleunigen, die Bodenerosion forcieren und Feuchtgebiete vernichten. Reisende werden aufgefordert, hier nicht ihre Autos oder andere Gegestände zu reinigen, damit keine Samen fremder Pflanzen hier verbreitet werden.
Gedenkstätte
Erinnerung an düstere Zeiten und Mahnung
Dann kommen wir zum Lake Albert entlang, einem sehr schönen, ausgedehnten See. Dahinter wird die Landschaft wieder abwechslungsreicher und grüner.

An einer Gedenkstätte holt uns dann die Vergangenheit ein: Eine Tafel erinnert daran, daß hier im Mai 1945 eine japanische Ballonbombe niederging und fünf Studenten und eine schwangere Frau tötete; lediglich der Ehemann überlebte. Es waren die einzigen zivilen Opfer des zweiten Weltkriegs auf amerikanischem Territorium.
Buschbrand bei Klamath Falls
Buschbrand bei Klamath Falls
Als wir uns Klamath Falls nähern, sehen wir an einem Berghang große weiße Rauchwolken aufsteigen. Schnell wird deutlich, daß hier ein kleines Stück Wald brennt. Wir sehen Feuerwehren und einen Hubschrauber, die den Brand bekämpfen.

Das ist ein kleiner Vorgeschmack dessen, was uns bis zum Ende unserer Reise begleiten sollte: Wir sind in die Zone der Waldbrände gekommen, die in dieser Jahreszeit nichts Besonderes sind und jährlich auftreten. Wie sehr sie unseren Aufenthalt beeinflussen sollten, konnten wir hier aber noch nicht ahnen.
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Kurz darauf wird die Luft gelblich trüb, es riecht rauchig, aber auch harzig-würzig, denn die Bäume stehen noch in vollem Saft. Etwas beklommen, weil wir nicht wissen, was uns erwartet und wie wir reagieren sollen, fahren wir weiter und erreichen südlich von Fort Klamath den Campground »Crater Lake Resort«, wo wir eine Übernachtung buchen.

Es ist ein ausgedehnter Platz für Wohnmobile und mit einigen Hütten, und es gibt ganze sechs über das Areal verstreute, sehr großzügig angelegte Stellplätze für Zelte. Unser Platz liegt zwischen hohen Bäumen, auf einer Wiese, nahe eines Baches, des Fort Creek.
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Die Betreiber des Platzes hatten uns ausdrücklich ein mexikanisches Restaurant namens »Rodeo« empfohlen. So beschließen wir, heute einmal mexikanisch zu Abend zu essen.

Es dämmert schon, also wir losfahren, und nach 10 Meilen sind wir angekommen. Das Restaurant ist gemütlich eingerichtet, aber gut gefüllt, doch schon nach kurzer Wartezeit wird uns ein schöner Tisch angeboten. Kerstin wählt eine Fajita, und ich ein Burrito. Es sind Riesenportionen und es schmeckt ausgezeichnet. Mit vollen Bäuchen kehren wir in der Dunkelheit zum Campground zurück und verschwinden ins Zelt, vor allem wegen der aufdringlichen Mücken.






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