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Die Reise zur schwarzen Sonne
USA August-September 2017
SoFi-Brille
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nach Portland
So 3.9. Die Nacht war recht mild, und am Morgen begrüßt uns ein blauer Himmel. Schon früh bauen wir das Zelt ab und reisen weiter. Auch heute dürfte die Suche nach einem Campingplatz nicht einfacher werden.

Mittlerweile haben wir uns an diese Art der Übernachtung gewöhnt und ziehen sie Hotels oder Lodges vor, schon allein des besseren Frühstücks wegen. Wir können es uns selbst zusammenstellen, aus Toastbrot, das wir mit Öl in der Pfanne braten, Käse, scharfer Salami, Tomaten, Konfitüre und etwas Obst.

Mit einigen Verbesserungen wie einem zweiten Schlafsack, einem etwas besseren Zelt ist Camping für uns die bevorzugte Art geworden, so wie wir auch zu Hause diese Art des Urlaubs schätzen und pflegen. Und längst hat sich der Rücken an die nur einen Zentimeter dicke Isomatte gewöhnt und hat sämtliche Proteste dagegen, da zwecklos, eingestellt.
Devil's Punch Bowl Day Use Park
Ein schönes Plätzchen zum Verweilen
Wir fahren unverändert nach Norden auf dem Oregon Coast Highway, der hier fast ausschließlich direkt an der Küste entlangführt. Am »Devil's Punch Bowl Day Use Park« machen wir kurz Rast.

Es ist eine idyllische Bucht mit Sandstrand, umgeben von hohen Felsen, und man muß etliche Stufen hinabsteigen. Der Parkplatz ist um diese Zeit schon gut gefüllt. Nach kurzer Rast fahren wir weiter und halten schon mal Ausschau nach einem Campground.

Hinter Lincoln City und dem lebhafte Pacific City liegen im Siuslaw National Forest drei Campingplätze, aber alle sind belegt. Das kennen wir schon, und so kehren wir auf den Hwy 101 zurück.
Pleasant Valley RV Park
So sieht unser letzter Campingplatz in diesem Urlaub aus
Kurz vor Tillamook haben wir dann Glück: Im »Pleasant Valley RV Park« suchen wir uns einen schönen schattigen Platz am Rand des Parks aus, zahlen $25 und bauen unser Zelt auf. Dabei beobachten wir einige Karnickel, die an verschiedenen Stellen des Campingplatzes hocken; sie scheinen nicht sehr ängstlich zu sein.

Der Platz ist geradezu komfortabel, die Sanitäreinrichtungen top, auch ein Restaurant ist vorhanden. Die Übernachtung ist gesichert, und von nun an können wir uns wieder den angenehmen Seiten des Urlaubsdaseins widmen.
Leuchtturm auf Cape Meares
Die riesigen Linsen des Leuchtturms
Dazu fahren wir zurück zur Küste, durch Tillamook. Hier mündet ein Delta von fünf Flüssen in die Tillamook Bay. Wir überqueren den Trask River, denn wir haben einen Rundweg entdeckt, die Bay Ocean Road, den wir fahren wollen.

Nach einer Fahrt über Land kommen wir zum Ufer der Tillamook Bay, wo reger Badebetrieb herrscht, auch ein Restaurant gibt es, aber es ist eben kein Strand zur offenen See.

Doch wir wollen nicht baden, sondern das Auto abstellen und uns umschauen., aber es ist schwierig, in der Gegend einen Parkplatz zu finden, und so fahren wir weiter.

Die Straße heißt jetzt Cape Meares Loop - benannt nach einem britischen Entdecker - und führt bergauf bis zu einer Landzunge, an deren Ende hoch über dem Ozean ein Leuchtturm thront.

Auch hier hat man einen State Park errichtet, und auch hier sind Parkplätze knapp. Wir brauchen aber nur kurze Zeit zu warten, und schon wird ein Parkplatz frei. Von hier aus führt der Weg 800 ft durch Nadelwald hinab zum Leuchtturm, den wir besichtigen wollen. Ein Ranger erklärt jeweils einer kleinen Gruppe Menschen oben beim Leuchtfeuer die Geschichte des Ende des 19. Jh. errichteten, längst stillgelegten Turms.
Man kann sich nicht sattsehen an diesem Anblick
Von hier oben hat man an verschiedenen Stellen einen hervorragenden Blick auf die abwechslungsreiche, felsige Steilküste. Wir suchen uns eine Bank mit Blick auf einen Vogelfelsen aus und lassen uns eine dieser köstlichen Cherry Pies schmecken. Danach hält es uns allerdings nicht sehr lange dort, denn es ist ein ziemlich windiger Ort.

Octopus Tree
Eine imposante Fichte, der »Octopus Tree«
Danach laufen wir zum Octopus Tree, einer alten, weit ausladenden Sitkafichte mit einem Umfang des Stammes von 50 ft. Von hier aus führt ein weiterer, schmaler Pfad an der Steilküste entlang, mit Blick auf die Küstenlinie, durch den Wald zurück zur Straße. Wir machen uns auf den Weg. An seinem Ende, gegenüber der Straße, ist ein weiterer Trail von 0,8 Meilen Länge ausgewiesen, der durch den Wald hinunter zum Strand führt.
Oregons Pazifikküste
Die Schönheit Oregons Pazifikküste
Der Weg windet sich in insgesamt 22 Kehren und zahlreichen Kurven hinab, und er scheint uns endlos. Als wir nach einer halben Stunde schweißüberströmt endlich unten ankommen, müssen wir das letzte Stück an einer Abbruchkante mit Hilfe eines Seils überwinden, und dann sind wir am Ufer. Es ist ein Sand- und Geröllstrand, über und über mit lauter großen Rundlingen übersät.

Nach kurzem Ausruhen machen wir uns schweren Herzens wieder auf den Rückweg, denn das Auto wartet oben und kommt uns leider nicht entgegen... Der Weg ist allerdings nicht so anstrengend wie befürchtet. Als wir wieder oben sind, haben wir einen Höhenunterschied von 490 ft überwunden.
Ein Bild wie aus einem Werbeprospekt des Reisebüros
Dann besuchen wir auch noch eine weitere Attraktion, den Big Spruce, die mit 144 ft höchste Fichte Oregons. Am Ufer zurück, finden wir eine freie Bank mit Seeblick, die dazu einlädt, den Sonnenuntergang zu beobachten. Was wir dann auch tun, und wir sind nicht die Einzigen.

Wir fahren zum Campingplatz zurück und kommen im Dunkeln bei unserem Zelt an. Ein kleines Abendmahl gibt es noch, dazu ein köstliches Bier aus Portland, und das alles beim Schein der Taschenlampe, die wir in den Zweigen aufgehängt haben. Zufrieden und ein wenig wehmütig kriechen wir in die Schlafsäcke, denn es ist unsere letzte Nacht in einem Zelt. Morgen wartet eine feste Unterkunft auf uns.
Karnickel warten auf ihr Morgenfrühstück
Diese Karnickel warten auf ihr Morgenfrühstück
Mo 4.9. Morgens haben sich auf dem Platz etliche Karnickel versammelt; schwarze, weiße, gefleckte. Die Ursache ist schnell gefunden: Vor einem Wohnmobil verteilt eine Frau Möhren an die kleinen Nager.

Wir bauen nach dem Frühstück ein letztes Mal das Zelt ab, alles muß weg, was nicht mehr gebraucht wird. Eine ungebrauchte Gaskartusche und unser erstes Zelt geben wir an der Rezeption ab.

Mit uns räumen auch andere Touristen den Platz, denn heute ist ja Labour Day, Feiertag also, doch morgen ist wieder gewöhnlicher Arbeitstag. Wir stellen uns schon auf eine Rückreisewelle ein, aber es sind nur noch 75 Meilen bis nach Portland.
Dampflok in Garibaldi
Nur echt mit »Kuhfänger«
Aber zuvor wollen wir noch ein letztes Mal die Küstenlandschaft genießen, die uns sehr gefällt, und dann habe ich auch noch den Haystack, einen exponierten Felsen, auf meiner Liste.

Zunächst aber kommen wir nach Garibaldi, das am Nordende der Tillamook Bay liegt. Hier beginnt die 74 km langen »Oregon Coast Scenic Railroad«, einer Bahnstrecke, auf der mit historischen, von Dampfloks gezogenen Zügen Nostalgiefahrten durchgeführt werden. Einem dieser Züge werden wir ein paar Studen später auch begegnen. Auf einem Abstellgleis steht ein ganzer Zug von historischen Waggons mit einer Dampflok der »Southern Pacific Railroad«.
Oregon Coast Scenic Railroad
Die Oregon Coast Scenic Railroad - Eisenbahnromantik pur
Wir fahren weiter, und die Bahnstrecke verläuft ein ganzes Stück zwischen Meeresufer und Straße, manchmal auch durch ein Waldstück. Schade, daß wir so wenig Zeit haben, um im Zug diese wunderschöne Strecke entlang zu tuckern.

Kurze Zeit danach fahren wir auf einen Parkplatz am Seeufer, bei der kleinen Kirche St. Mary's By The Sea, am Rockaway Beach. Gerade sind wir angekommen, da ertönt ein Pfiff, ein paar Wökchen steigen auf, und der Nostalgiezug mit der Dampflok voran überquert die Straße.
Die Twin Rocks
Die Twin Rocks
Wir gehen durch die Dünen zum Strand und finden eine aufgewühlte, lebhafte See vor. In einiger Entfernung vom Ufer stehen zwei markante Felsen, davon einer mit einem großen Loch, die Twin Rocks. Die Luft ist frisch und der Himmel klar, mit einigen Wolken. Kein Brandgeruch weit und breit.

So unternehmen wir einen kleinen Spaziergang am Strand entlang, und Kerstin läßt sich das Wasser um die Beine spülen, ich fotografiere die Felsen. Dann gehen wir zum Auto zurück und fahren weiter, durch eine abwechslungsreiche Landschaft, an Binnenseen vorbei, bei Nehalem überqueren wir den Nehalem River.
Schließlich erreichen wir Cannon Beach, die kleine Stadt, an deren Küste der Haystack liegt. Es ist ein lebhafter Urlaubsort, und wir schieben uns inmitten einer langen Autoschlange durch die Straßen, auf der vergeblichen Suche nach einem Parkplatz.

So entschließen wir uns, zum einige Meilen nördlich gelegenen Ecola State Park zu fahren. Auch das ist ein mühsames Unterfangen, denn die Idee haben auch noch andere Touristen. Die Autoschlange durch den Wald hindurch bis zum Eingang kommt nur mühsam voran. Dort angekommen, müssen wir feststellen, daß unsere America- is- beautiful- Card hier nicht gilt und müssen $ 5 löhnen.
Der Weg zum Strand dort unten endet leider an dieser Stelle
Im Park gabelt sich die Straße; rechts entlang geht es zum Strand hinunter, wo man noch mal eine halbe Stunde warten muß, also wenden wir uns nach links zum Parkplatz oben vor der Steilküste.. Wir finden auch einen Platz und schauen uns um. Dann verzehren wir erst einmal unser Mittagessen, einen Nudelsalat und Obst und verzehren es an einem Rastplatz.

Hier gibt es kaum Wege, die man gehen kann, und der eine Weg herunter zum Strand, für den wir uns entschließen, ist auch noch wegen eines Abbruchs an einer Steilkante gesperrt. Trotzdem gehen ihn eine Weile, bis wir an die Abbruchkante kommen und genießen wenigstens den schönen Ausblick, ehe wir zurückkehren und weiterfahren.
Solche Felsengebilde werden auch »needles« (Nadeln) genannt
Ich will möglichst nahe an den Haystack herankommen, und dazu müssen wir noch mal durch Cannon Beach fahren. Wir haben großes Glück; gerade gegenüber des Felsens ist eine Lücke am Straßenrand, gerade groß genug für unser Auto. Wir stellen es ab, gehen eine Holztreppe herab zum Strand und stehen dem Haystack Rock direkt gegenüber.

Er ist mit seinen 72 m Höhe eine imposante Erscheinung, und bei Ebbe kann man zu Fuß hinüberwaten; der Felsen selbst ist aber gesperrt, damit die Vögel dort nicht gestört werden. In unmittelbarer Nähe ragen noch einige needles aus dem Wasser. Der Strand ist dicht bevölkert.
Der imposante Haystack (»Heuhaufen«)
Kerstin taucht ihre Füße zum letzten Mal in den Pazifik, ich mache meine Fotos. Dann gehen wir zurück und nehmen von der Küste Abschied. Zusammen mit vielen anderen Autos bewegen wir uns langsam über den Hwy 101 nach Norden. Nach etwa sechs Meilen löst sich der Stau auf, die meisten Autos fahren weiter Richtung Norden, während wir den Weg nach Portland auf dem uns schon bekannten Hwy 26, der hier Sunset Highway heißt, einschlagen.

In höchstens zweieinhalb Stunden sollten wir in Portland sein. Die Route führt durch bergiges, bewaldetes Gebiet, und wir kommen zügig voran. Wir merken aber auch, daß sich die Luft, je weiter wir vom Ozean entfernt sind, wieder mehr erwärmt. Wir müssen zum Ortsteil Milwaukie im Südosten Portlands, quer durch die Stadt, was noch eine halbe Stunde zusätzlich dauert.
Hier verbringen wir unsere letzte Nacht auf dieser Reise
Die Navi- App des Smartphons führt uns mit einigen Unterbrechungen (in Portland müssen wir durch mehrere Tunnel) zur Econo Lodge, unserem Übernachtungsziel. Sie liegt an einer breiten Ausfallstraße, dem Southeast Mc Loughlin Boulevard, der gesäumt wird von Auto-, Wohnmobil- und Gebrauchtwagenhändlern, Autowerkstätten, Restaurants.

Die L-förmige zweistöckige Lodge macht einen guten Eindruck. Sie wird von Indern geführt. Wir nehmen unser Zimmer im oberen Stock in Empfang und bemerken erfreut, daß eine Klimaanlage installiert ist. Wir bewohnen ein großzügiges Appartement, das dreigeteilt ist in Aufenthalts-, Schlaf- und Sanitärbereich.
Per Smartphon suchen wir uns alle Restaurants in der Umgebung heraus und entscheiden uns für »Taco Bell«, das wir von der letzten USA- Reise noch kannten. Dann gehen wir erst einmal essen, zu Fuß auf einer Straße, die nicht mal durchgehend einen Bürgersteig hat. Es gibt außer uns kaum andere Fußgänger.

Wir gehen vorbei an all den oben aufgezählten Händlern, mehr als eine Meile Richtung Stadtmitte, aber als wir bei Taco Bell angelangen, müssen wir feststellen, daß der Laden geschlossen ist. Weshalb, erfahren wir nicht, aber wir treffen noch auf andere Restaurants, die am heutigen Feiertag nicht oder nur mittags geöffnet haben. So traben wir in der Dämmerung zurück, finden das »Chang Thai« geöffnet und treten erleichtert ein.

Als erstes bekommen wir eine große Karaffe eiskalten Wassers vorgesetzt (die immer wieder aufgefüllt wird), und dann zwei schmackhafte Portionen. Beruhigt und gesättigt kehren wir nach kurzem Spaziergang in die andere Richtung in unsere Lodge zurück. Wir verstauen die restlichen Sachen in den Koffern, duschen uns und begeben uns bei laufender Klimaanlage, unter Gebrauch der Ohrstöpsel, zur Ruhe. Es tut gut und mutet fast wie Luxus an, wieder einmal in einem weichen Bett zu schlafen.
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